Eiskristalle peitschen mir ins Gesicht und fühlen sich an wie Nadelspitzen, die immer wieder in meine Haut stechen, sodass ich mir schon vorstellen kann, wie trocken und kaputt sich meine Wangen am Abend anfühlen werden. Der Boden ist rutschig. Zu rutschig. Wer hat eigentlich gesagt, dass ein Sturz Stunden dauert? Meiner dauert einen Atemzug kurz, so kurz, dass mir nicht mal mehr Zeit bleibt, zu realisieren, dass ich falle, falle und falle. Die Alptraumvorstellung wird tatsächlich wahr: Wenn man auf einem Berg fällt, bleibt man nicht einfach liegen. Nicht, wenn der Boden vereist ist und gerade neuen Schneezuwachs aus Richtung Himmel erhält. Man schlittert weiter. Mag auch an der teuren Carhartt-Winterjacke liegen, hey, die haben bestimmt so nen Überzug, der Wasser abweist – ist aber Kacke, wenn man gerade fällt, die Rutschpartie hört dann nämlich gar nicht mehr auf.
Irgendwann liege ich da: Cool wäre vielleicht, läge ich wie eine Schildkröte auf dem Rücken, stattdessen liege ich auf dem Bauch, alle Viere von mir gestreckt, spüre, wie der sicher 10 Kilo schwere Rucksack mich noch härter an den Boden fesselt und lache. Ich lache, um nicht weinen zu müssen. Ich lache, um die Stille der Peinlichkeit zu übertönen, die es trotzdem schafft, lauter zu schweigen, als ich lachen kann. Ich lache, weil ich mir das nicht ausgesucht habe und es passiert ist.