Ich hasse es, wenn Leute sich verwählen. Das mein ich jetzt tatsächlich schon in einem solchen Maße pauschalisierend, dass ich mich in den Begriff “Leute” mit einschließe – ich hasse es nämlich auch, wenn ich mich verwähle. Einer der Gründe dafür, warum ich weder von meinem Handy aus, noch von meinem Festnetztelefon aus, meine Nummer mitsenden lasse. Kann ja immer mal sein, dass man bei einem Fremden landet und oh, die Welt ist ja so schlecht. Stellt euch mal vor, ich hätte so viel Glück, nicht nur bei einem Fremden zu landen, sondern auch noch bei einem, der einen Zwangstick hat und alle Menschen umbringen muss, die aus versehen falsch bei ihm anrufen – einfach aus dem Grund, weil er immer auf den einen Anruf wartet und ein Fehlanruf ihn jeglicher Hoffnung beraubt?
Aber hier solls gar nicht darum gehen, wie ich mich verwähle, sondern darum, wie andere sich verwählen. An dieser Stelle will ich explizit auf den Kerl verweisen, dem das heute morgen passierte. Ich lag im Bett – ausnahmsweise schlief ich sogar, immerhin war es erst 7 am Morgen – und mein Handy klingelte. Eigentlich vibrierte es nur, aber es lag halt mit auf dem Bett, wie will man das denn dann ignorieren? Einige Menschen können das vielleicht *in eine bestimme Richtung schiel*, aber ich gehöre leider nicht dazu. Beim ersten Klingeln Vibrieren war ich noch so verwirrt, dass ich gar nicht darauf reagierte, beim zweiten hatte ich dann schon keine andere Wahl mehr, also ging ich mit einem verschlafenen “Hallo ichgehschlafen1, es ist 7 Uhr” ans Telefon. Warum ich ausgerechnet ihn begrüßte? Weil er die seltsame Angewohnheit hat, es lustig zu finden, mich mitten in der Nacht oder am frühen Morgen aus dem Schlaf zu reißen, um mir dann ominöse Fragen nach Studentenbewegungen, Zeilenabständen bei Word oder sonstigem zu stellen. So ist der einfach. Und niemand anderen erwarte ich um solch eine Uhrzeit. Blöd nur, dass ichgehschlafen gar nicht am anderen Ende war. Stattdessen knurrte mir ein fremder Mann ins Ohr: “Monika, wo ist der Gärtner??” … Äh, ja. Das hat er wirklich gesagt. Ich war auch völlig perplex, aber ich schwöre, er fragte nach dem Gärtner und er hielt mich für Monika. Ich nuschelte also ein verschlafenes “Bin nicht Monika, es ist 7 Uhr.”, aber auch diesmal schien ihn die verdammte Uhrzeit gar nicht zu interessieren und er nannte mich nochmal Monika. Entschuldigung, ich kann nichts dafür, dass meine Eltern mich nicht Monika nannten und würde ich nicht zufällig an meinem Namen hängen, würde ich eventuell in Erwägung ziehen, mich umzunennen, nur, damit der Kerl vielleicht dann doch beim richtigen Menschlein gelandet ist. Mein “Ich bin nicht Monika, ich hab keinen Gärtner und wenn ich einen hätte, wäre das rausgeschmissen Geld, weil ich nämlich gar keinen Garten habe.” kwittierte er mit einem “Monika?”. Manche Leute sind ja so schwer von Begriff. Aber ich bin dann ja auch nicht denkschnell genug, um einfach aufzulegen, nein. Ich bleibe dran und erkläre den Leuten ihren Fehler. Was um 7 Uhr morgens – ich glaube, ich erwähnte die Uhrzeit nun schon einige Male – durchaus nicht das Leichteste ist.