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26. Mai 2010 • Kategorie: Allgemein • Kommentare: 8

Mein Cross-Trainer ist kaputt. Die Schwierigkeitsstufen funktionieren nicht mehr. Normalerweise laufe ich auf Stufe zehn, bei ca. 2.8 km/h. Der Puls tingelt dann in der Gegend von 158 rum. Das sind ideale Voraussetzungen für eine Joggerlunge. Phasenweise habe ich mit dem Gedanken gespielt, Stadtmarathons zu gewinnen. Das scheiterte allerdings daran, dass ich ein erklärter Feind von Funktionswäsche bin. Was das angeht, bin ich altmodisch. Ich will den Schweiß zwar nicht unbedingt riechen, aber auf jeden Fall sehen. Auf hohem Niveau abgebrannt. Jede Wette, dass man doch durch Luftanhalten sterben kann. Lauft erst mal 42km und haltet dann die Luft an. Ich gebe euch 15 Sekunden bis zur Ohnmacht.  Wie gesagt, Funktionsunterwäsche finde ich unvorteilhaft, darum findet man mich auf dem Cross-Trainer.

Mitunter habe ich aus blinder Motivation heraus den Display in die Knie gezwungen: 99:57, 99:58, 99:59. Moment gottgleicher Erhabenheit. Friss das, Technik. Dann zeigt der Display 00:01 und meine Totalverausgabung verwandelt sich binnen eines Wimpernaufschlags in den größten Pyrrhussieg, den ich je erleben durfte. Was für eine bodenlose Unverschämtheit, die 00:00 zu überspringen. Technik hat zwar kein Herz, aber gleicht das durch übermäßig viel Selbstgefälligkeit aus. Liegt wohl auch an meiner Naivität; ich hatte mit einer kurzen „You Win“-Displayanimation gerechnet. Stattdessen gab es eine Lektion: Jeder erfüllte Wunsch wird mit einer Extraportion Gleichgültigkeit ausgeliefert. Scheiß drauf, solange das mit dem attischen Körperideal aufgeht, dachte ich. Ging es nicht, die Liebe funkte dazwischen. Ich habe mich  1 ½ Jahre nicht mehr um Fitness gekümmert und vertraue jetzt vollkommen auf die Memory-Funktion der Muskeln. Gegenargumente wurden erfolgreich abgeschirmt. Aber jetzt funktioniert das Teil nicht mehr. Jeder Druck auf eine beliebige Taste setzt den Reset-Modus in Gang. Dieser wiederum startet automatisch bei Stufe 1. Vom Schwierigkeitsgrad her ist das vergleichbar mit den Eigenschaften von Wasser, Prinzip des geringsten Widerstandes. Kein Problem, könnte man denken, dann läufst du halt schneller. Geht aber nicht, denn ab einer gewissen Geschwindigkeit schnellt der Puls in unverhältnismäßige Höhen. Das ist kontraproduktiv und deswegen furchtbar ernüchternd.

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T-Post

22. Mai 2010 ˙ Kategorie: Allgemein ˙ Kommentare: 7

Normally this blog is written entirely in german language. But since this post is about a worldwide movement, I’ve decided to translate my blogpost. You can find the english version below. Vor einigen Wochen stolperte ich über T-Post, applaudierte innerlich angesichts dieser guten Idee und klickte mich durch die Seite. Was genau T-Post ist? SehtWeiterlesen →

Apichatpong Weerasethakul – Uncle Boonmee

22. Mai 2010 ˙ Kategorie: Allgemein ˙ Kommentare: 1

(via) Das hier ist ein bombastisches Plakat für einen Film aus dem Jahre 2006, für den Weerasethakul in Cannes mit dem “Preis der Jury” ausgezeichnet. Ekkehard Knörer hat die Tage über die ersten Reaktionen zu dem neuen Film, Uncle Boonmee,  berichtet. Gelinde gesagt fallen die ebenso bombastisch aus wie das obige Plakat. Zum Abschluss hierWeiterlesen →


Jai Paul

21. Mai 2010 ˙ Kategorie: Musik ˙ Kommentare: 1

Jai Paul. Unbedingt auschecken. Seine  Musik wummert in so ziemlich jede Ecke kontemporärer Electro-Musik hinein. Besonders auffallend ist, dass jeder Song eine derart beiläufige Gelassenheit transportiert, dass man sich nicht entscheiden kann, ob es ganz schnell Nacht werden sollte, damit man mit dem Auto über die leergefegten Straßen der Autobahn hinwegrast oder ob man sichWeiterlesen →

Google TV

21. Mai 2010 ˙ Kategorie: Allgemein ˙ Kommentare: 2

Gerade bin ich über Boing Boing auf folgendes Video gestoßen: “The way it works is very simple. Write on your TV screen: You simply type in what you are looking for. Anything you’re looking for, and Google TV will find out”. Das ist wohl das wichtigste Zitat. Bevor ich mir eine Meinung bilden kann, mussWeiterlesen →


Letzte Nacht in Twisted River – John Irving

20. Mai 2010 ˙ Kategorie: Rezension ˙ Kommentare: 1

Bisher gibt es vier Bücher, die mich in der Öffentlichkeit gedemütigt haben. Zum Beispiel, wenn ich ganz alleine in der S-Bahn saß und plötzlich angefangen habe, lauthals loszubrüllen zu lachen. Das hört ja dann auch nicht mehr auf. Ganz im Gegenteil: Die Sätze werden schriller, die Situationen abstruser, der Humor zwingender, meine Grimasse immer breiter,Weiterlesen →

Es war einmal

18. Mai 2010 ˙ Kategorie: Allgemein ˙ Kommentare: 9

Ich vergesse mein Leben. Nicht, dass ich Alzheimer hätte, aber mir ist aufgefallen, dass ich vieles nur noch weiß, weil ich es gebetsmühlenartig aufgesagt habe, die tausendfache Wiederholung tritt an die Stelle des empfundenen Gefühls. In der fünften Klasse bin ich zusammen mit einem Freund auf eine Schulparty gegangen. Auf dem Weg dorthin mussten wirWeiterlesen →